Kurzbeschreibung

 

Bei dem Privatsprachen-Argument handelt es sich „um eine gründliche Kritik an der geläufigen Vorstellung von der jedem eigenen Welt des Bewußtseins“. Es ist der Teil im Menschen, der vermutlich noch am wenigsten durchleuchtet werden konnte. An dem Moment, an dem die Menschheit sich aufmachte, neuzeitliche Vernunft zu predigen, versuchte man auch, sich wissenschaftlich dem richtigen Gebrauch der Vernunft anzunähern. Descartes wollte sich nur noch mit den Dingen beschäftigen, die er in sich selbst finden konnte oder in den Dingen, die sich ihm in der Welt vorstellten.

Descartes war ein Vertreter einer Trennung von Leib und Seele, und er war der festen Ansicht, daß es eine Trennung zwischen Innen und Außen geben müsse, und daß der eigene Geist besser bekannt sei als die Körperwelt oder die Welt der Anderen, weshalb man seine Auffassung auch als cartesianisch bezeichnet.

In vorliegender Arbeit wird der Aspekt in diesem Kontext näher betrachtet, sich mit den Vorstellungen der Sprache und ihren Möglichkeiten beschäftigt.

Was ist nun Wittgensteins Verdienst? Er greift eine „stillschweigende Voraussetzung der neuzeitlichen Philosophie“ an. Er versucht, „die diesem ´cartesianischen´ Innen-Außen-Bild zugrundeliegenden Vorstellungen vom Wesen sowohl unserer Sprache als auch unseres Seelenlebens als falsch zu erweisen“. Er beschäftigt sich mit der Frage, „wie sich eine neue öffentliche Sprache erfinden ließe, um sie zum Ausdruck zu bringen“.
Der Philosoph kritisiert die cartesianische Auffassung einer Empfindungssprache mit Hilfe einer Kritik am cartesianischen Empfindungsbegriff, einer Kritik an der Auffassung, daß sich das Bezeichnen einer bestimmten Art von inneren Vorgängen privat abspielen könne - die immanente Kritik - und, drittens, mit einer Kritik an der Vorstellung, daß die Bedeutung eines Empfindungswortes erschöpfend charakterisiert ist durch die Angabe des inneren Vorkommnisses, das es bezeichnet. Diese Kritik kann man als Wittgensteins externe Kritik bezeichnen.

Wittgenstein zeigt aber auch nachfolgend, daß man durch kleine Änderungen der cartesianischen Vorstellung einer Empfindungssprache und einer mehr Praxisorientierung eine Empfindungssprache konstruieren kann, die theoretischen Spielen standhält und auch einen praktischen Sinn aufweist.